Listen merken und nie wieder vergessen
Sicher kennen Sie die Techniken zur Steigerung der Gedächtnisleistung, Mnemonic genannt. Heute wollen wir ein kleines Einsteigersystem vorstellen, das Sie schnell und in weniger als fünf Minuten umsetzen können. Einmal gelernt, werden Sie wichtige Punkte auf Ihren Listen nie wieder vergessen – es sei denn, Sie wollen es, um sich neue Dinge zu merken.

Einfache Basis

Das System basiert auf der Verknüpfung der zu merkenden Begriffe mit einer festgelegten Reihe von Bildern. In der Regel lernt man eine bestimmte Kette von Objekten auswendig – diese bleibt immer gleich. Die zu merkenden, neuen Begriffe werden mit den feststehenden auf möglichst schräge Weise verknüpft – so bleiben diese leichter im Gedächtnis.

In der Praxis scheitert das System aber oft schon daran, dass man keine Lust hat, die Reihe der festgelegten Objekte auswendig zu lernen. Ein Spaziergang kann sich ändern und bietet nicht genug bzw. oft wiederkehrende Objekte.

Die feststehenden Objekte

Ein besserer Ansatz ist es, sich die Zahlen von eins bis zehn zu merken – und zwar als Form. Und das geht so:
1 – Kerze
2 – Schwan
3 – Kamel
4 – Stuhl (umgedreht, besser in dieser Form: )
5 – Haken
6 – Kirsche
7 – Klippe, Felsvorsprung (nicht sofort zu erkennen: Stellen Sie sich einfach vor, wie auf dem oberen Strich der 7 jemand von links nach rechts läuft)
8 – Sanduhr
9 – Ballon
10 – Tischtennisball

Sie können natürlich auch Ihre eigenen Assoziationen verwenden. Achten Sie aber darauf, dass es keine langweiligen Bilder sind, die sich nur schwer assoziieren lassen. So wäre für die 1 zum Beispiel auch eine Straßenlaterne möglich – die Flamme der Kerze kann aber Dinge im Geiste anzünden und liefert damit viel stärkere Assoziationen. Etwas problematisch ist auch die 4 – hier kann man sich alternativ ein Dach merken.

Eine Merkliste zum Üben

Wenn Sie diese zehn Begriffe verinnerlicht haben, ist es Zeit für die erste 10er-Merkliste. Gute Anfangsübungen sind zum Beispiel der Einkaufszettel oder die To-Do-Liste der nächsten Woche, aber auch die wesentlichen Punkte einer Rede sind geeignet.

Um die einzelnen „Stationen“ zu lernen, bilden Sie Bilderpaare, die eine kurze Geschichte erzählen. Achten Sie darauf, dass die Bilder nicht langweilig sind, sondern eine gewisse Reaktion hervorrufen (Lachen, Ekel etc.). Heißt der erste zu merkende Begriff etwa Milch, so können Sie sich vorstellen, wie Sie die Kerzenflamme mit Milch übergießen um diese zu löschen. Brauchen Sie an Position 4 Toilettenpapier, so könnten Sie im Geiste den Stuhl mit Klopapier einwickeln.

Alternative Zehner-Liste

Wenn Ihnen die zehn festgelegten Bilder nicht spontan zusagen, können Sie auch auf den phonetischen Gleichklang der Basiszahlen setzen. Das könnte so aussehen:
1 – Bein
2 – Zoo (zwo)
3 – Brei
4 – Stier
5 – Strümpf(e)
6 – Hex(e)
7 – Sieb
8 – Yacht
9 – Coin
10 – Feen

So lassen sich in gewohnter Manier Bilderpaare bilden; Bei unserer Einkaufsliste könnte man nun mit einem Bein in der Milch stehen oder nun den Stier mit Klopapier einwickeln.
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